Grüezi (Gut Nacht) Züri Unterland

Es besteht weiterhin die politische und planerische Absicht, langfristig den gesamten Flugverkehr nach Norden über das Zürcher Unterland abzuwickeln.

Dem Wachstum dieses Verkehrs sind bei positiver Wirtschaftslage keine Grenzen gesetzt. Für das BAZL und offensichtlich nun auch für den Regierungsrat ist ein Ausbau des Pistensystems ein gangbarer Weg. Zur Erinnerung: 12 der insgesamt 19 Betriebsvarianten im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt basieren auf einem Ausbau des Pistensystems (6 davon mit Parallelpiste!).

Die Orientierung über die Sachlage fällt schwer, beinahe wöchentlich ist das Thema in den Medien präsent, Prognosen und Studien über Auslastungen, Kapazitäten und wirtschaftliche Zwänge wechseln sich ab und widersprechen sich zum Teil wesentlich. Tatsachen sind, dass die Flugbewegungen zur Zeit stagnieren, die Wirtschaft wächst, die Zahl der Erwerbstätigen dabei zunimmt und der Flughafen mit dem heutigen Pistensystem eine Kapazität von 312'000 bis 337'000 Jahresbewegungen (eben, je nach Studie) aufweist.

Jetzt lachen die Volksvertreter und Volksvertreterinnen wieder von den Plakatwänden, winden sich in Podiumsdiskussionen und kämpfen um Ihre Stimme. Und Sie?

Wenn Sie damit leben können - dass die Nachtruhe höchstens 7 Stunden beträgt (abzüglich einer Stunde für eingeschränkt zugelassenen Betrieb); die Nordausrichtung mehr Starts, vor allem in den Abendstunden, bringen wird; das Sicherheitsargument nur für den Süden Gültigkeit haben soll; das Umweltgewissen mit C02-Kompensationen und dem Fortschritt der Technik beruhigt werden kann; für das „richtige“ Betriebsregime überwiegend wirtschaftliche Kriterien gelten; die Süddeutschen Gebiete nicht konkret in die Betriebsvarianten einbezogen sind, obwohl unsere Nationale Airline ja nunmehr eigentlich eine Deutsche Luftfahrtsgesellschaft ist; Pistenverlängerungen und Parallelpiste Planungsoptionen bleiben, obwohl die Parallelpiste das Züri-Unterland faktisch unbewohnbar macht; - dann dürfen Sie zu den 60% der Stimmberechtigten gehören, die wie üblich der Urne fernbleiben.

Wenn Sie mit diesen Bestrebungen nicht leben wollen, können Sie Stellung nehmen, indem Sie Volksvertreter wählen und für Initiativen stimmen, die sich für Ihre Anliegen einsetzen: Für eine solidarische Fluglärmverteilung; für die Verlängerung der Nachtruhe, für eine verbindliche Plafonierung der Flugbewegungen, gegen Pistanausbauten und für die Erhaltung des Wirtschafts- und Lebensraumes im Zürcher Unterland.

Niklaus Hüppi, Bülach, ZUF Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung

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