Wir bleiben dran!

Können wir uns darauf verlassen, dass knapper und teurer werdende Energieressourcen oder europäische Hochgeschwindigkeitsbahnverbindungen (welche 1/3 aller Flüge unnötig machen würden) oder nette Nachbarn im Norden mit entgegenkommenden Verträgen die Flugbewegungen reduzieren? Sind es solidarische Pfannenstielanwohner, welche bereit sind, ihren Lastanteil zu übernehmen? Sind es gar neue Richtwerte, welche die Anzahl stark belästigter Personen ermitteln, die die gerechte Verteilung der Emissionen aus der Luftfahrt regeln? Bis nur eine dieser doch eher wenig wahrscheinlichen Möglichkeiten Auswirkungen zeigen würde, sind für die heute noch offene Planungsoption zur Nordausrichtung längst alle Allianzen geschmiedet und die diesbezüglichen Detailplanungen weit fortgeschritten (was immer die Nordausrichtung im Detail ist, es bedeutet eine Kanalisierung nach und zunehmende Belastung im Norden). Die Wirtschaft sei sich einig, nur die Nachfrage solle der Luftfahrt Grenzen setzen, konnte man neulich in der Tagespresse lesen, also nicht der Staat und schon gar nicht die Bevölkerung. Für mehr als 320'000 Flugbewegungen ist die Westpistenverlängerung erforderlich, mehr als 400'000 Flugbewegungen sind ohne einen massiveren Pistenausbau (Parallelpiste) nicht möglich.

Bezüglich der Angstmacherei über Arbeitsplatz- und Wohlstandsverlust findet man für jedes Gutachten ein Gegengutachten. So genügen gemäss Angaben von verschiedenen Wirtschaftsvertretern 250'000 Flugbewegungen, um die Bedürfnisse der schweizerischen Wirtschaft abzudecken. Wirtschaft ist nicht Selbstzweck. Auch die arbeitende und konsumierende Bevölkerung - welche sehr wohl selbst beurteilen kann wie sie Lärm wahrnimmt und wie viel Wohlstand sie anstrebt - ist Teil und Motor dieser Wirtschaft. Ohne diese Menschen funktioniert das System Wirtschaft nicht.

Welche Region will sich schon als Abfallkübel sehen? Der Norden wird es sein, wenn wir nicht reagieren. Jeder Pistenausbau belastet die Gesamtbevölkerung. Einzig die gerechte Fluglärmverteilung kann verhindern, dass gewisse Regionen (bei der gegenwärtigen Stossrichtung ist es das Züri Unterland) massiv diskriminiert werden. Wir bleiben dran für die Erhaltung der Lebensqualität im Züri Unterland.

Keine Nordausrichtung - WIR LEBEN HIER!

14. Juni 06, von Niklaus Hüppi, Bülach

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