Wer sucht der findet
Was soll man um Gottes Willen noch Neues zu Papier bringen in Bezug auf die mehr als leidige Fluglärmfrage? Wurde nicht schon alles gesagt, Gescheites und weniger Gescheites, Wahres aber auch viel Unwahres, sogar dreist Gelogenes, Behauptungen ohne jegliche Begründungen (hier federführend das Komitee für ein weltoffenes Zürich)? Selbst St. Florian hat nach wie vor eine stressige Zeit, wird er doch immer noch fleissig auf die Reise geschickt - meistens vom sonnigen Süden in den kalten, unwirtlichen Norden.
Aber wer sucht, der findet immer noch etwas Neues:
Im Gefolge der Fluglärmfrage öffnen sich noch viel beunruhigerende Gräben, nämlich dass wir Schweizer insgesamt, aber vor allem die "classe politique" Stümper sind in der Konfliktbewältigung. Läuft der Laden und hat die heilige Kuh des ewigen Wirtschaftswachstums genug zu fressen, so sind alle lieb miteinander und wir rühmen uns einer effizienten Regierungsund Verwaltung. Wehe aber, wenn dieser Kreislauf unterbrochen wird: Dann werden die Schwächen des Systems schnell für jedermann offenkundig. Auch unsere politischen Mandatsträger kommen dann schnell ins Schleudern, obschon si daraus kaum je personelle Konsequenzen ergeben.
Das zeigt sich ebenfalls im Streit um die Anflugrouten mit unseren deutschen Nachbarn: weder jene, die durch ihr Fehlverhalten das Debakel lange vor dem Staatsvertrag verursacht haben, noch jene, welche die Drohung mit der einseitigen Verordnung leichtfertig in den Wind schlugen, haben die Verantwortung zu übernehmen.
Rufen wir uns in Erinnerung: Luftfahrt ist Bundessache, politisch und rechtlich! Damit sich stellende Fragen und Probleme gehören nicht in die Hände einer Kantonsregierung. Letztlich geht auch der hochgehaltene Gedanke des freundeidgenössischen Föderalismus vor die Hunde, wenn man sich die Kommentare der Aargauer-, Schaffhauser- und Thurgauerregierungen an die Adresse der Zürcher Regierung anhören muss - Bern hör die Signale!
Etwas ganz Neues kann ich zum Schluss aber doch noch berichten: Erinnern Sie sich: die Swiss löst die MD-11 ab durch den Airbus A-340. Dies wurde uns auch als Massnahme der Lärmbekämpfung verkauft. Ich lade Sie ein, abends nach 20 Uhr zu uns ins Wehntal zu einer Hörprobe zu kommen: South African Airways donnert jetzt des öftern nicht mehr mit ihrem ältlichen Jumbo B-747 über unsere Köpfe, sondern mit dem >modernen< A-340: lärmmässig: kein Unterschied - bessere Steigfähigkeit: kein Unterschied - also doch nichts Neues, leider.