Fluglärm tönt im Süden lauter!
Nella Martinetti, wohnhaft bei Rapperswil (32 km vom Pistenende entfernt) brachte es auf den Punkt. Sie machte in Tele Züri ungefähr folgende Aussage zu den Südanflügen, dabei wirkte sie stark leidend: «Ich find es nöd gut, dass die Dütsche ihre Lärm tünd exportiere.» Bravo! Volltreffer, liebe Nella! Erstens exportierte unser Flughafen Zürich-Kloten bis anhin sehr viel Lärm nach Deutschland, zweitens übernimmt Hohentengen (12 km vom Pistenende entfernt) und Umgebung immer noch viel Lärm, nur nicht mehr fast alle Anflüge. Und gab es nicht viele Leute in der Schweiz, auch in den «Absturzkorridoren» des Südens, die bevor sie eigenen Fluglärm hatten, lautstark erklärten, dass Hohentengen sowieso keinen nennenswerten Fluglärm habe?
Wenn man die Medienberichte verfolgt, dann brausen seit Oktober offensichtlich die lautesten aller Maschinen nun mitten durch Schlafzimmer, Kinder verdummen, Hunde wagen vor Angst nicht mehr zu pinkeln und die Juwelen im Hauseigenen Tresor sind nur noch die Hälfte wert! Und das alles mit der Erwartung, dass in den nächsten Minuten der gefürchtete Absturz geschieht! Ja, es stimmt schon, dass der Norden, der Westen und der Osten ihren Absturz schon hatten, doch dort ist ja auch das Wohnen billiger und die wussten sowieso um den Fluglärm.
Dass auch beim Fluglärm eine gewisse Grenze überschritten werden kann, erleben die armen Menschen im Süden nun an den wenigen Flugzeugen, die sie zu hören bekommen. Genug des Mitleids! Bis dass der weitere Süden sich wirklich für eine Beschränkung der Flugbewegungen ohne Benachteiligung anderer Regionen einsetzt, wird noch viel Wasser den Rhein (Grenzfluss bei Hohentengen, im Norden des Kantons, 12 km vom Pistenende entfernt) hinunterfliessen.
Vielleicht sollten wir um und am Flughafen fürs 2004 die Einstellung des Swiss-Chefs André Dosé übernehmen und unbeirrt optimistisch in unsere (Lärm-)Zukunft blicken, auch wenn alle Anzeichen ungünstig scheinen.