Leise rieselt der Schnee
Das Unterland liegt erstarrt vor Kälte unter einer tiefen Schneedecke. Die Fenster und Türen sind fest geschlossen. Ich sitze am Ofen und lausche auf das Knistern des Feuers. In dieser Situation ist es einfach, den Fluglärm, den drohenden, massiven Lärmzuwachs und die Möglichkeit einer absoluten Nordausrichtung zu verdrängen, obwohl diese Variante zurzeit überall propagiert wird. Kommt dazu, dass ich mich eigentlich ganz gut mit dem nahen Flughafen und auch dem Fluglärm arrangiert habe. Allerdings, ich muss dies betonen: im jetzigen Ausmass!
Wenn ich dann eine Zeitung zur Hand nehme und Berichte über Aktionen und Leserbriefe unserer Mitbürger südlich von Kloten lese, oder Flugblätter, die in meinem Briefkasten stecken, studiere, komme ich ins grübeln. Häufig wird da in einer Art und Weise agiert und politisiert, dass jede Stammtischrunde vor Neid erblassen könnte. Und dies äusserst erfolgreich. Die Leute nehmen in Scharen an Aktionen teil und Reaktionen auf die Leserbriefe sind sicher. Das gibt zu denken!
Bis jetzt zeichneten sich die Bürgerbewegungen im Norden dadurch aus, dass sie mit allen reden, verhandeln und Kompromisse eingehen wollen. Sehr lobenswert aber vielleicht eine überholte Strategie? Wenn ich Medienpräsenz und Mitgliederzahlen der so genannten «Fluglärmgegner» des Südens und des Nordens vergleiche, muss ich leider ja sagen. Solidarität, Zurückhaltung und Diplomatie in Ehren, aber ist die Zeit für eine etwas andere Gangart gekommen? Wäre es auch bei uns nötig, mal nur für die eigenen Interessen einzustehen, zu poltern, auf den Tisch zu hauen und zu sagen was Sache ist? Und damit unsere Mitbewohner im Norden aufzuwecken, vom gemütlichen Ofen wegzulocken und ihnen zuzurufen, was uns droht? Dass nämlich einfach über unsere Köpfe hinweg entschieden wird, wenn die anderen laut rufen: «Wir wollen keinen Lärm!» Und wir, zum Beispiel, zu den erwähnten Kanalisierungs- Plänen schweigen.
Zum Poltern fehlt uns aber der populistische Anführer. Leider, oder zum Glück? Das frage ich mich, wenn ich so dasitze und die Füsse am Feuer wärme.