Pressecommunique 17. Mai 2003
Das Zürcher Unterland protestiert gegen geplante Sichtanflüge

ZUF ist empört über das geplante Anflugverfahren des Flughafens: «Es macht das Zürcher Unterland zur Lärmwüste und bedeutet für unsere Gegend ein weiteres Sicherheitsrisiko.»

Bülach. Die Vereine ZUF (Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung) und IGEL (Winkel) wehren sich gegen die geplanten neuen Sichtanflüge bei Nässe.

Wie der Tages-Anzeiger vom 16.5.2003 berichtete, will Unique ab Juli 2003 eine neue Anflugvariante einführen. Der Kreisanflug nach Sicht soll es den schweren Maschinen ermöglichen, trotz der verschärften Anflugssperre Deutschlands auf der Piste 16 zu landen. Betroffen ist Bülach und die umliegenden Gemeinden, welche in niedriger Höhe von Grossflugzeugen überflogen werden sollen.

Unique, Swiss und die kurzsichtige Zürcher Politiker haben den Staatsvertrag scheitern lassen.

«Jetzt muss die Bevölkerung rund um den Flughafen die verheerenden Folgen ausbaden», sagt ZUF-Präsidentin Evelyn von Känel. «Das neue Anflugverfahren mache den Norden endgültig zur Lärmwüste. Das Zürcher Unterland müsse ohnehin mit den lautstarken Konsequenzen des gescheiterten Staatsvertrages leben. Wir haben aufgrund der Anflugsperre Deutschlands zu Randstunden und an Wochenenden zusätzlich die lauten Starts Richtung Norden zu ertragen», sagt die ZUF-Präsidentin von Känel. «Wie im Osten werden auch im Norden massiv mehr Menschen neu mit Fluglärm belastet. Von ausgewogener Fluglärmverteilung könne keine Rede sein. Der Süden wird geschont. Die anderen Regionen haben die Last zu tragen.»

Dass das Zürcher Unterland nun auch für einen Kreisanflug, ein sogenanntes Visual Circling, überflogen werden soll, ist für ZUF inakzeptabel. Ausserdem stelle sich die Frage nach der Sicherheit. Ein Kreisanflug nach Sicht ist gerade bei Schlechtwetter ein Sicherheitsrisiko. ZUF wird sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das Visual Circling zur Wehr setzen. «Der Norden hat lange geschwiegen und viel ertragen, jetzt ist das Mass voll.»

E. von Känel (Präsidentin ZUF), H. Wartmann (Präsident IGEL)

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