Nordische Ansichten.
Es ist wieder mal morgen früh so kurz nach sechs Uhr und ein Flugzeug nach dem anderen setzt zur Landung von Norden her über unser Dach an. Frühstück, ich schlage die Zeitung auf; kein Kommentar zu den häufigen Nordanflügen aufgrund des schlechten Wetters, dafür ein grosser Artikel über 4 Flugzeuge, die aufgrund der Windsituation abends von Süden her landen mussten! Klasse, unsere Presse ist wirklich objektiv!
Auch der Artikel über die verstörten Vierbeiner im Süden des Airports hat mich irritiert. Im Norden scheinen die robusteren Tiere und Menschen zu wohnen! Doch damit nicht genug: Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass von praktisch allen Seiten verlangt wird, den Norden noch stärker zu belasten?
Ein Beispiel: Elmar Ledergerber hat bemängelt, dass man eine Verdichtung des Flugplans gar nie geprüft habe. Was bedeutet das? Dieselbe Anzahl Bewegungen in kürzerer Zeit abwickeln? Selbstverständlich nicht über den Süden! Aber Plafonierung? Nein danke, man sitzt ja im Unique-Verwaltungsrat!
Und seit kurzem wird schon ab 6 Uhr früh auf Piste 14 statt 16 angeflogen, wo auch schon den ganzen Tag die Flugzeuge zu hören sind. Begründung von Skyguide: es ei nicht mehr ganz genau geregelt, wann Piste 16 und wann Piste 14 angeflogen werden muss; nun optimiert man einfach die Rollwege, die Bevölkerung spielt ja sowieso keine Rolle!
Ähnlich ergeht es den Rümlangern, die nun die Schubumkehr wahrnehmen, da die Flugzeuge stark bremsen müssen, um von Piste 34 her den direkten Zugang zum Dock Midfield zu erwischen.
Fazit: Die Nord-Bevölkerung ist den am Flughafen agierenden Firmen und Behörden egal. Wir alle sind ja zugezogen und für uns ist Fluglärm etwas Selbstverständliches. Da kann man ja auch ohne jegliche Probleme den gekröpften Nordanflug propagieren, der den Norden endgültig zum Lärmkübel des Kantons deklassieren würde. Ganz abgesehen von der Sicherheit, denn es ist nicht ganz ungefährlich, in Landekonfiguration steile Kurven zu fliegen!
Darum: Macht die Augen auf und nehmt nicht alles so hin, wie es kommt! Andernfalls werden wir im Fluglärm versinken und ein Umzug wäre zwingend nötig, will man langfristige Schäden an Körper und Seele verhindern. Solange die Flugzeuge Treibstoff zollfrei tanken können und in der Luft zollfrei eingekauft werden kann, sind wir latent bedroht. Unser Heil liegt nur in einer Plafonierung der Anzahl Bewegungen, die aber nur erreicht werden kann, wenn alle vier Himmelsrichtungen Angst vor zusätzlichem Fluglärm haben.