Der Norden muss sich wehren!
Am 10. September lud der Flughafen Kloten zu Erlebnistagen ein. Freude herrschte über den Abschluss der 5. Ausbauetappe. 270'000 Personen pilgerten auf das Flughafenareal, liessen sich von all den fliegerischen Leckerbissen vereinnahmen und waren wenigstens an diesem Wochenende überzeugt, dass der Flughafen für sie da sei, in seiner jetzigen Grösse nötig und sinnvoll, und Fliegen überhaupt das Grösste der Gefühle. Weg waren die Probleme rund um den Fluglärm und vergessen das Terminal B, das bereits nach 28 Jahren zum Altbau degradiert ist, stillgelegt, überflüssig, für mich der Beweis einer gigantischen Fehlplanung, das Symbol einer völlig unrealistischen Flughafenpolitik, die auf Grössenwahn basiert und nichts mit den Verhältnissen eines kleinen Landes zu tun hat.
Nichts zu lachen hatten ob all dieser Flughafeneuphorie 14 schwarz gekleidete Aktivistinnen und Aktivisten, vorwiegend aus dem Zürcher Unterland. Mit ihren stillen Botschaften %u201EMax. 250'000 Flugbewegungen%u201C und %u201ENeun Stunden Nachtruhe%u201C auf Kartontafeln setzten sie einen Kontrapunkt zum lärmigen Unique-Propagandafest. Immer wieder tauchte die Gruppe an neuen Orten auf und verwickelte die BesucherInnen in Diskussionen. Die unterschiedlichsten Reaktionen blieben denn auch nicht aus. Von %u201EArschlöcher%u201C bis %u201EDanke%u201C war alles zu hören. Aber die stumme Demonstration hatte sich für die Aktivistengruppe gelohnt, denn sie wurde vor dem Gefühl bewahrt, nichts gegen diesen Irrsinn auf dem Flughafen Kloten tun zu können.
Spätestens seit der Abstimmung zur 5. Ausbauetappe wissen sie nämlich, dass weder der Flughafenbetreiberin noch den für den Flughafen verantwortlichen Politikerinnen und Politikern zu trauen ist. Zu oft wurde die Bevölkerung an der Nase herumgeführt, zu oft mit Unwahrheiten und leeren Versprechungen abgespiesen. Seit der Präsentation von %u201ERelief%u201C und den Grundsätzen der Flughafenpolitik des Regierungsrates wissen sie, dass die Zeiten der Faust im Sack für die Bevölkerung im Norden des Flughafens definitiv vorbei sind. Der Boykott der Nordgemeinden gegen den Goodwill-Workshop von Frau Regierungsrätin Fierz ist ein erstes Zeichen dafür und ein Signal, dass sich die Zürcher Unterländerinnen und Unterländer ihre Lebensqualität nicht nehmen lassen.