Ein neues Spiel beginnen

In der Frage des Flughafens und des Flugverkehrs ist alles in Bewegung. Alles ist im Fluss, und trotzdem bleibt vieles erstarrt. Unique positioniert sich klar als wirtschaftliches Unternehmen, das seinen Erfolg im Erwirtschaften eines möglichst grossen Gewinns sieht. Das ist ohne Zweifel legitim. Obwohl privatisiert bleibt unique jedoch von Mehrheiten in der Bevölkerung abhängig. Deshalb werden Lösungen angestrebt, die Minderheiten, um Mehrheiten zu erhalten, der grössten Belastung aussetzen. Werden Minderheiten jedoch in ihren existenziellen Bedürfnissen bedroht, so wächst der Widerstand in diesen Regionen, und er ist legitim. Volksvertreterinnen und %u2013verteter im Kanton und in Bern sind auch von Mehrheiten oder mindestens von Wiederwahlquoren abhängig und finden sich fast zwangsläufig im selben Boot wie unique, wobei die Bewohnerinnen und Bewohner in wenig mehrheitsträchtigen Gebieten auf der Strecke oder eben im kalten Wasser bleiben.

Das ist das Spiel, das seit Jahren rund um den Flughafen gespielt wurde. Das Schielen nach Mehrheiten hat die Verantwortlichen in Regierung und unique blind gemacht für die Bedürfnisse der EinwohnerInnen rund um den Flughafen. Niemand stellt den Flughafen in seiner wirtschaftlichen Bedeutung für den Kanton Zürich und die Schweiz in Frage. Niemand geht davon aus, dass ein Flughafen ohne Fluglärm denkbar ist. Niemand behauptet, dass nicht alle vom Flughafen profitieren. Wo alle profitieren, ist niemand bereit, die Lasten und Belastungen alleine zu (er)tragen. Die einen wollen keinen Fluglärm, schieben ihn auf andere ab, diese geben den Schwarzen Peter weiter und die nächsten sind dran. Dieses %u201ESpiel%u201C hat viele und vieles rund um den Flughafen zum Erstarren gebracht und viel Geschirr zerschlagen.

Dieses kann nur geflickt werden, wenn wieder alle an den gleichen Tisch sitzen und ein neues Spiel beginnen, diesmal ohne Schwarzen Peter. Für etwas, das allen wichtig ist, muss eine Lösung gefunden werden, die alle akzeptieren können. Die berühmte Winwin-Lösung entsteht nur, wenn alle einen Schritt aufeinander zu machen. Dazu braucht es Begegnungen und Möglichkeiten mit einander in Beziehung zu treten.

Diese Haltung hat zuf seit Anfang eingenommen und entsprechend gehandelt. Die VetreterInnen von zuf haben wesentlich dazu beigetragen, dass sich viele Bürgerinnenbewegungen im Dachverband zusammengeschlossen haben. Zuf ist auch in Zukunft am Dialog als einzigem Mittel zur Lösungsfindung interessiert. Aus diesem Grund organisiert sie am 12.9. im Guss 81-80 eine Veranstaltung mit Vertretern von Behörden und Bewegungen, die Dialog und Begegnung möglich macht.

27. August 2003 von Martin Bühler

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