Luftschlösser
Vor einigen Jahren wurde auf einem fernen Bals-Berg ein Blick in die berühmte Kristallkugel geworfen. Was darin von vielen beratenden Augen gesehen wurde, war die Möglichkeit, die grosse, weite Welt mit Hilfe der kleinen Schweiz zu verbinden. Die Hub-Strategie war geboren. Freude herrschte im ganzen Lande. Flugzeuge wurde angeschafft. Ein zusätzliches Terminal musste her. Das Ganze finanziert %u2013 wie in guten, alten Zeiten - durch das gemeine Volk. Einzig die Kreuz-Piste entsprach noch nicht ganz dem Bild in der Kristallkugel. Denn kreuzweise können die Dinger ja nicht gut landen und starten %u2013 jedoch paarweise sprich parallel. Damit war der Plan zur Parallelpiste auch geboren. Lange wurde noch über den Projektnamen beraten. Sollte die neue Piste nicht ins Grüne führen? Mit Stilllegungen von Naturschutzgebieten?. Was liegt da näher als die Betitelung: Variante %u201EGrün%u201C. Alles verlief nach einem traumhaften Plan.
Wie wir alle wissen %u2013 ist dieser Traum in der Zwischenzeit brutal ausgeträumt. Die Luft ist bei diesen Luftschlössern definitiv draussen. Geblieben sind massive Fehlinvestitionen, die das %u201Egemeine Volk%u201C- sprich die Steuerzahlenden - noch über Jahre belasten werden. Obwohl heute die Kristallkugel durch glasklare Marktrealität ersetzt ist, wird in %u201Efernen Landen%u201C das Trugbild Parallelpiste immer noch ernsthaft geprüft. Nach gesundem Menschenverstand müsste diese Variante %u2013 die ja wiederum Milliarden-Investitionen bedeuten würde %u2013 längstens aus jeder Schublade entsorgt sein. Wer träumt da um des Luftgottes-Willen eigentlich noch weiter? In Anbetracht der marktwirtschaftlichen Fakten sind klare Aussagen unserer Regierung überfällig!
Der Traum ist ausgeträumt. Stellen wir uns dem Fakt, dass wir ein Terminal zuviel gebaut haben! Verteilen wir den Flugverkehr gerecht in alle Himmelsrichtungen. Und lösen wir doch endlich die Parallel-Pisten-Pläne in Luft auf %u2013 und freuen uns weiterhin an den herrlichen Grün-Gebieten rund um das Luftschloss.