Illusionen von Unique und der Zürcher Regierung

Die Verweigerung von Baugesuchen in Rümlang und Höri durch den Kanton und die veröffentlichten Studien zum Flughafen zeigen deutlich, dass sich die Zürcher Regierung von ihrem phantastischen Plan RELIEF noch nicht verabschiedet hat.

RELIEF ist aber ein Konstrukt von Technokraten, welche jegliche Sensibilität gegenüber der Bevölkerung, der Nachkommen und der Umwelt vermissen lässt.
Je länger man sich damit befasst und sich dazu Gedanken macht, desto grösser wird die Monstrosität dieses von den Regierungsräten Fuhrer und Fierz eingeleiteten Unternehmens. Es gibt auch heute noch keine Einsicht, dass man sich in der Euphorie des künstlich erworbenen Wachstums von Swissair und Unique, Ende der 90er Jahre zu stark blenden liess. Trotz andauernden Veränderungen, wie der Verkauf von Swiss, neuen europapolitischen Sachzwängen, sowie der Konkurrenz der Airports in München und Mailand, wird weiterhin daran festgehalten und die RELIEF-Planungsvorlagen sogar noch in den SIL Prozess miteingebaut.

Ob RELIEF überhaupt jemals realisierbar sein wird (Moorschutz, Raumplanung, Sicherheit, Umwelt- und Lärmschutz, etc.) spielt dabei keine Rolle. Hauptsache ist, die langfristige Infrastrukturentwicklung des Flughafens und die finanzielle Entwicklung der privatwirtschaftlichen Unique bleiben gewahrt. Wie falsch man beim Kanton in Sachen Luftverkehr liegt, zeigt sich am Beispiel gekröpfter Nordanflug. Da gaukelt man einem Teil der Bevölkerung vor, in den nächsten 2 Jahren dieses riskante Anflugverfahren einzuführen, in der Hoffnung die Gemüter im Süden zu beruhigen.

Dabei ist es selbst Experten der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und Skyguide nicht geheuer, was die Strategen des Kantons in Zusammenarbeit mit Unique ausdenken. Wie Andreas Heiter von Skyguide, Chef Kontrollturm und Anflug Zürich, in einem Gespräch mit der Aeropers-Rundschau dargelegt hatte, ist die Führung eines Flugzeuges auf ein ILS mittels Drehfunkfeuer von der ICAO nicht zugelassen. Zwar gab es andernorts gekrümmte Anflüge, beispielsweise in Norwegen, oder der berühmte Anflug auf den mittlerweile geschlossenen alten Hongkonger Flughafen Kai Tak, welche mittlerweile alle aufgehoben wurden.

Heiter ist deshalb bezüglich einer Zulassung durch das BAZL eher skeptisch. Hoffnungen auf ein satellitengestütztes Anflugverfahren gibt es auch keine, da diese Technologie nicht vor dem Jahre 2015 ihre Zertifizierung bekommt. Deshalb sollte Unique und der Kanton sich endlich von der Illusion lösen, ein internationaler Grossflughafen zu sein. Schon die topografisch heikle Lage, eingeschlossen durch hohe Hügelzüge und die meteorologische Situation, starke Nebelbildungen, unterschiedliche Windlagen, etc., entsprechen nicht internationalen Hub-Ansprüchen. Zu gross ist die Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

9. November 2005, von Max Siegel

Screendesign/Html/Css by Cyrill Schneider, Webcreative