Gratis parkieren auf Kosten der Umwelt.

Für die Sanierung ihrer Finanzen ist der Unique jedes Mittel Recht. Neuerdings lockt sie ihre Kunden mit einer Gratisparkplatz-Stunde in die Läden und Restaurants des Flughafens. Damit fügt sie nicht nur der Umwelt Schaden zu, sondern schert sich einmal mehr nicht um die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner. Aber nicht nur das: Sie setzt sich auch über die bei der 5. Ausbauetappe eingegangene Verpflichtung hinweg, welche verlangt, dass mindestens 42 Prozent aller Personen, die den Flughafen besuchen, mit dem öffentlichen Verkehr anreisen müssen. Von diesem Ziel wird sich die Unique durch das Gratisparkierangebot nun nochmals weiter entfernen. Wenn sich private Firmen wie z.B. Migros und Coop nicht an die gesetzlichen Bestimmungen halten und die Umweltfrage missachten, ist das schlimm. Aber noch viel schlimmer ist es, wenn dies eine Firma tut, die mehrheitlich der öffentlichen Hand gehört und eigentlich mit gutem Beispiel vorangehen sollte. Aber leider stelle ich fest, dass es Regierungen und Behörden zunehmend mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr so genau nehmen (siehe Stadion / Einkaufszentrum Hardturm). Das ist traurig für all diejenigen Menschen, die noch an die Vorbildfunktion des Staates glauben.

Dass die Flughafenbetreiberin versucht, ihr Leck in der Kasse zu stopfen, ist legitim. Verwerflich ist aber, dass sie es ausgerechnet mit einer Aktion tut, welche die Autofahrer begünstigt und dadurch wiederum die Luft und Ruhe der seit Jahren lärmgeplagten Flughafenbevölkerung beeinträchtigt. Immer sind es die Gleichen, welche die Folgen der Fehlinvestitionen und Fehlentscheide der Flughafenverantwortlichen auszubaden haben. Schade, dass der Unique immer noch keine umweltverträglicheren Sanierungsaktionen einfallen, zum Beispiel, dass nicht die Bahnbenützer für ihr umweltfreundliches Verhalten belohnt werden. Sechs Franken einsparen und dafür gratis parkieren zu Lasten der Umwelt und der Bevölkerung ist keine gute, aber eine typische Unique-Idee.

25. Mai 2004, von Susanne Rihs-Lanz

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