Zum Thema Lärmschutz: Warum keine Lärm- sondern eine Flugbewegungsbegrenzung?
Die Schallenergie ist eine komplizierte Grösse. Einerseits nimmt unser Ohr ihre Intensität nicht linear sondern logarithmisch wahr. D.h. wenn 1 Flugzeug mit 60 Dezibel wahrgenommen wird, so werden 2 gleichzeitig startende Flugzeuge mit 3 Dezibel (dB) mehr wahrgenommen, 4 Flugzeuge mit 6 dB also 66 dB, 8 Flugzeuge mit 9 dB mehr usw. 10 Flugzeuge werden mit 10 dB mehr oder mit 70 dB wahrgenommen. Erst diesen Wert also die Verzehnfachung der physikalischen Lärms empfinden wir als Verdoppelung. Entsprechend wären 100 Flugzeuge mit 80 dB eine Verdreifachung und 1000 Flugzeuge mit 90 dB eine Vervierfachung des empfundenen Lärms.
Der Fluglärm wird derzeit in Leq (Level Energy Equivalent) gemessen. Dabei wird der Lärm über einen Zeitraum gemittelt. Hören wir also alle 20 Minuten einen hohen Lärm wegen dem Start von einem sehr lauten Jumbo, so ergibt die Umrechnung in Leq den gleichen Wert wie wenn 22 leise Aribusse in der gleichen Zeit starten. So wird die Diskussion um Lärmschutz manipuliert.
Also auch hier, wir nehmen das einzelne Ereignis wahr und nicht den gemittelten Wert. Nach Leq würde alle 20 Minuten ein Start eines Jumbos der gleichen Lärmbelastung wie 22 Airbussen in der gleichen Zeit entsprechen. Der Mensch empfindet ganz anders, er nimmt jedes Ereignis einzeln wahr.Diese Erkenntnisse müssen beim Lärmschutz berücksichtigt werden
Ebenfalls kann der Leq-Wert durch die Unique einfach manipuliert werden. Wenn also zwischen 6 und 18 Uhr im 54 Sekunden-Takt gestartet wird, so wird ab 18 Uhr auf einer anderen Piste gestartet und damit kann der Lärm auf die Betriebsdauer des Flughafens verteilt werden, also die Zeit von 6 bis 23.30 Uhr. Es wird klar, dass damit der Leq wieder unter jeden Grenzwert absinkt. Der Leq misst also nicht die Spitze, sondern nur den gemittelten Wert über eine lange Zeit. Die Unique bestätigt dies auch. Als die Westpiste am Flughafen Kloten gesperrt war, wurden anstatt 150 Flugzeuge über dem Gemeindehaus von Opfikon 470 gezählt. Der Leq stieg jedoch von 70 dB auf nur 71,5 dB.In der Lärmschutz-Diskussion ist das absurd!
Unser Organismus hat aber noch ein weiteres Problem. Seine Erholungszeit ist etwa entsprechend der doppelten Dauer der Lärmeinwirkungszeit. Werden wir also eine Minute mit Lärm beschallt, wo Braucht unser Körper und Nervensystem etwa 2 Minuten um sich zu erholen. Der Leq erfasst jedoch für diese 3 Minuten 1 Minute Lärm und 2 Minuten Ruhe. Richtig wäre also dass die Lärmdauer immer verdreifacht wird und erst dann in die Leq-Rechnung einfliesst. Haben Sie in der Lärschutz-Diskussion schon davon gehört?
Es gibt aber noch andere Punkte, die wir wissen sollten. Wussten Sie, dass der Leq vom Flughafen beliebig überschritten werden darf? Denn die einzige Konsequenz wäre, dass ein paar Lärmschutz-Fenster gebaut werden müssten. Wussten Sie, dass wenn eine Fläche mit zu hohem Lärm belastet wird dem Flughafen keine Kosten für Lärmschutz-Massnahmen entstehen? Die entsprechende Gemeinde wird gezwungen, das Gebiet auf eigene Lasten umzuzonen. Ist das Lärmschutz wie er sein sollt?
Damit ist klar, dass nur die zahlenmässige Bewegungsbegrenzung die Bevölkerung vor maximaler Lärmbelastung schützt (aktiver Lärmschutz). Diese Bewegungszahl ist in der Abstimmung für die 5. Flughafen-Ausbauetape durch den Regierungstat mit 240'000 beziffert und wurde als obere Limite mit 250'000 angegeben. Für 2003 wurden (1995) 220'000 Bewegungen prognostiziert. Deshalb halten wir an den 250'000 Bewegungen fest und verlangen, dass der Flughafen diesen Wert einhält oder sich innerhalb des demokratischen Prozesses (via Kantonsrat oder Abstimmung) eine allenfalls höhere Bewegungszahl bewilligen lässt.