Bewegungsbegrenzung für den Flughafen Kloten

Im Jahr 2000 erreichten die Flugbewegungen in Kloten mit 320'000 pro Jahr ihr bisheriges Maximum. 1990 waren es noch 220'000 und erst 1996 wurden 250'000 Bewegungen überschritten. Diese Steigerung war auf die verfehlte Swissair-Hunter-Strategie, mit der Zürich zu einem der 3-4 grössten internationalen Hubs in Europa aufgebaut werden sollte, zurückzuführen.

Die Zahl 320'000 stammt also aus dem Spitzenjahr 2000, als die Forderung "bis hierher und nicht weiter" die einzig realistische war.

Die heutige Forderung der Bürgerbewegungen nach einer Limitierung auf 250'000 Flugbewegungen pro Jahr basiert auf der letzten demokratisch abgestützten Zahl. In den Abstimmungsunterlagen zur 5. Flughafenausbau Etappe wurde den Stimmbürgern in ferner Zukunft eine maximale Bewegungszahl von 250'000 in Aussicht gestellt. Nur Tage später wurde die Prognose auf 420'000 angehoben. Die Vermutung, das damals vom Regierungsrat ein eigentlicher Abstimmungsbetrug begangen wurde, konnte juristisch nicht nachgewiesen werden.

Die Flugbewegungen dieses Jahres deuten auf eine Zahl unter 280'000 hin.. Allen ist heute klar, dass das Ziel vom grossen internationalen Hub illusorisch geworden ist und die Swiss nur eine Überlebenschance hat, wenn sie ihre Kapazität auf eine der Schweiz angepassten Grösse abbaut und sich auf die lokale Nachfrage ausrichtet. Auch der Flughafen wird gezwungen sein, seine Kapazität auf die Nachfrage der Schweiz und dem nahen Ausland auszurichten. Wenn die Swiss, auf die 2/3 aller Flüge entfallen, ihre Kapazität um 30% reduziert, sinkt die Zahl der Flugbewegungen auf 224'000. So gross - und noch etwas höher - ist der Anteil der Transitpassagiere am Fluglärm! Aufgrund dieser Sachlage ist die Forderung nach einer Bewegungsbegrenzung auf 250'000 pro Jahr weder wirtschaftsfeindlich noch realitätsfremd, sondern zukunftsweisend. Sie entspricht der Marktrealität und lässt einen Spielraum für zukünftiges, qualitatives Wachstum von 10-35% zu. Denn wir brauchen einen Flughafen, der unserer Landesgrösse entspricht, wir wollen einen Flughafen, der unserer Wirtschaft die internationalen Anknüpfungen ermöglicht, wir müssen einen Flughafen haben, der über stabile und sichere Arbeitsplätze verfügt und wir dürfen keinen Flughafen zulassen, der die Verwirklichung grössenwahnsinniger Illusionen zu Lasten der Steuerzahler, der umliegenden Bevölkerung und der Arbeitnehmer anstrebt.

17. Mai 03, von Jean-Luc Cornaz

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