Nach-Avanti-Visionen
Nein zu Avanti! Nein zur zweiten Gotthardröhre, zu mehr Strassen, Lastwagen, Staus, nein zu noch mehr Lärm und schlechter Luft.
Über 1,2 Millionen Menschen haben sich am letzten Wochenende zum öffentlichen Verkehr bekannt und dem Grundsatz der Verlagerung der Waren auf die Schiene mit überwältigendem Mehr ein weiteres Mal zugestimmt. Das Volk ist konsequent geblieben und hat in beeindruckender Weise dem Bundesrat und dem Parlament einen Denkzettel verpasst. Es hat sich klar für den Alpenschutz, für unsere Landschaft und für Lebensqualität eingesetzt.
Für mich ist dies nicht einfach nur ein erfreuliches Abstimmungsresultat. Es könnte durchaus auch ein Signal für die Flugverkehrspolitik sein. Ein Hoffnungsschimmer am dunklen Horizont der Schlacht um Flughafen und Flugverkehr, wo sich die verschiedenen Interessen duellieren und keine Einigung in Sicht ist. Es könnte ein Ansporn sein für all diejenigen Leute rund um den Flughafen, die sich für eine Plafonierung der Flugbewegungen und eine neunstündige Nachtruhe einsetzen. Wer weiss, vielleicht bedeutet dieses Abstimmungswochenende sogar, dass in den Köpfen der Menschen langsam ein Umdenken stattfindet. Weg von der Ideologie der unbegrenzten Mobilität, weg von der Vielfliegerei mit den daraus resultierenden Preiskämpfen und Sicherheitsrisiken, und weg vom Verlangen, jederzeit Produkte aus aller Welt in der Schweiz konsumieren zu wollen. Ein Bewusstsein könnte sich breit machen, dass Fliegen trotz aller technischer Möglichkeiten etwas Besonderes ist und nur selten und nur dann benützt werden sollte, wenn es sich um weite Strecken handelt. So wäre das Problem des Fluglärms zu lösen, ohne dass eine Region zur Flugschneise wird. Auch müsste man nicht mehr Sündenböcke in Bern und jenseits des Rheins suchen.
Zugegeben all dies ist eine Vision. Aber was wäre die Menschheit ohne Visionen? Und über Volksentscheide wie am 8. Februar kommen wir deren Realisierung näher.