Alle Jahre wieder
Schlagzeilen zur Ozonbelastung und andern klimatischen Sonderheiten gab es auch diesen Sommer wieder zu hauf.
Schuldige werden dann auch schnell ausgemacht und da steht das Auto an vorderster Stelle. Aber kein Laut über den Luftverkehr und seine schädlichen Emissionen. Ist doch der Luftverkehr ein sehr rasch anwachsender Sektor mit steigendem Energiebedarf und damit auch steigenden Schadstoffemissionen. Flugzeuge fliegen in der obersten Schicht der Troposphäre, der Tropopause und streifen auch die untere Stratosphäre. Da dieser Bereich auf Emissionen aller Art sehr empfindlich reagiert, sind die Schadstoffe aus dem wachsenden Luftverkehr (Kommerzieller, privater, wie militärischer Luftverkehr) bedeutsamer, als ihre Menge vermuten lässt.
Der internationale Flugverkehr ist zudem im Kyoto-Protokoll ausgeklammert, sodass über die politische Ebene keine Emissionsreduktionen zu erzielen sind, wie dies bei Bodenemissionen, wie dem Strassenverkehr der Fall ist. Während sich aber im Strassenverkehr die Stickoxide durch weniger Verbrauch und den Einsatz von Katalysatoren stabilisiert haben, gilt dies beim Flugverkehr nicht. Der Luftverkehr ist die einzige NOx-Quelle, bei welcher in Zukunft mit einer klaren Erhöhung der Emissionsmenge zu rechnen ist. Betrachtet man noch die Energiebilanz, so verbraucht ein einziger Passagier auf einem Flug von Zürich nach Palma de Mallorca genauso viel an fossiler Energie, wie wenn er ein Jahr lang ein Auto bewegen würde.
Schauen sie deshalb wieder einmal in den Spiegel und fragen sie sich, war mein Urlaub in Florida, Bali oder Bhutan unbedingt notwendig, soll ich meinen Gästen Erdbeeren aus Südafrika servieren oder schmeckt ein Barolo nicht ebensogut wie der Billigfusel aus Chile? Kann ich ein Geschäft nicht auch per Video- oder Telekonferenz abschliessen oder muss ich deswegen dringend nach London? Denken sie darüber nach, bevor ihre Kinder nicht mehr draussen an der Sonne spielen können oder sie mit ihren Hautflecken zum Dermatologen gehen müssen. Die Politiker kümmert dies wenig, ein floriender Flughafen und ein überbordender Flugverkehr sind wichtiger. Wir können uns deshalb nur per Initiative wehren und dafür kommt die eingereichte 250'000 Flugbewegungen sind genug-Initiative im nächsten Jahr gerade recht.