Der Norden hat den Fluglärm akzeptiert...?

In einem Interview mit dem Zürcher Unterländer erklärt Unique-Direktor Felder, der %u201ENorden%u201C habe den Fluglärm akzeptiert. Gleichzeitig hält er nach wie vor an der langfristigen Nordausrichtung des Flughafens fest. Beide Aussagen stehen in einem gefährlichen, direkten Zusammenhang und dürfen so nicht akzeptiert werden.

Seit meiner Geburt lebe ich in Bülach. Selbstverständlich akzeptiere ich eine angemessene Fluglärmbelastung. Dass ich damit aber einer einseitigen Nordausrichtung zustimmen würde, wäre als völlig realitätsfremd bis anmassend zu bezeichnen. In Zusammenhang mit der Variante Grün (Parallelpiste) begnügt sich Herr Felder mit der Aussage, dass er mit dem Bülacher Stadtrat die Auswirkungen auf das Spital Bülach diskutiert habe. Das Spital stellt jedoch nur einen Teil des Problembereichs dar. Ich hoffe, unser Stadtrat vertritt noch weitere Argumente, die gegen eine einseitige Nordausrichtung sprechen!! Die ganze Flughafenregion %u2013 und damit meine ich alle Himmelsrichtungen %u2013 muss akzeptieren, dass ein Flughafen Lärm bedeutet. Und dass dieser Lärm nicht einseitig verteilt werden kann. Sondern ausgewogen und fair.

Die jetzige Krise im Flugverkehr wird einschneidende Veränderungen nicht nur bei der Swiss nach sich ziehen. Diese Krise bietet auch die Chance, klare Fehleinschätzung des Marktes nicht weiter zu akzeptieren. Eine Beschränkung der Flugbewegungen auf 250'000 pro Jahr %u2013 mit Priorität für die wichtigsten Geschäftsverbindungen %u2013 ein eindeutiges Nein zu weiteren Investitionen sowie ein unmissverständliches Ja zu einer gerechten Fluglärmverteilung könnten die Eckpfeiler dazu bilden.

20. August 2003, von Hansueli Grimm

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