Stellungnahme der ZUF
zum frühzeitigen Abbruch des Mediationsprozesses
ZUF (Zürcher Unterland für gerechte Fluglärmverteilung) ist schwer enttäuscht über den frühzeitigen Abbruch des Mediationsprozesses. Denn trotz der absehbaren Schwierigkeiten war die Mediation eine Chance, die Vernunft regieren zu lassen, statt ein Kräftemessen zu veranstalten.
Die Bürgerinitiativen im Norden des Flughafens haben schon immer die Suche nach einem tragbaren Konsens für den einzig möglichen und richtigen Weg der Konfliktbeilegung im Flughafenstreit gehalten. Sie werden diesen Weg auch weiterhin verfolgen, ohne deshalb ihre Ziele aus den Augen zu verlieren.
So waren auch alle Organisationen im Norden bereit, sich in der Koordinationsgruppe durch den Dachverband Fluglärmschutz (Vereinigung der Bürgerbewegungen Westen, Norden, Osten, AG, TG) vertreten zu lassen. Dies obwohl auch wir der Ansicht waren, jede Himmelsrichtung hätte über eine Stimme verfügen müssen. Ohne Präjudiz für die eigentliche Mediation, waren wir jedoch zu diesem Kompromiss bereit, damit das Gespräch weiter geführt werde.
Diese Kompromissbereitschaft war leider nicht von allen Seiten zu erwarten. Die Bürgerorganisationen sind schliesslich entstanden, weil Bürgerinnen und Bürger nach jahrelanger Enttäuschen kein ausreichendes Vertrauen mehr in die bestehen Institutionen von Staat und Wirtschaft hatten. Dass in einer solchen Situation mancher Nerv blank liegt ist nicht nur verständlich, sondern geradezu voraussehbar.
Der Kanton, der diese höchst empfindliche Nerven kurz vor dem Gespräch mit einem bedrohlichen Projekt wie RELIEF reizte, und die Wirtschaftsorganisationen, die dann offenbar noch Öl ins Feuer gossen, müssen sich die Frage gefallen lassen, ob ihnen das Scheitern der Mediation nicht etwa gelegen kommt.
ZUF wird sich weiterhin für eine Flughafenpolitik einsetzen die allen Betroffenen gerecht wird: dezidiert und beharrlich, statt trotzig und stur.