Bund sagt Nein zur Parallelpiste und Nein zum gekröpften Nordanfug
4. Juli 2008
Die Gemeinden seien durch eine Parallelpiste in ihrer weiteren Entwicklung zu stark eingeschränkt. Der gekröpfte Nordanflug sei schlicht zu gefährlich und könne nicht verantwortet werden. Namentlich die Piloten selbst haben stark davon abgeraten.
Eine Absage erteilt das Bazl der raumplanerischen Sicherung eines Parallelpistensystems. Dessen Realisierungschancen stuft es als «sehr gering» ein. «Die Auswirkungen auf das dicht besiedelte Gebiet wären massiv», sagte Cron. Die raumplanerische Freiheit der Gemeinden würde stark eingeschränkt, es gäbe «beträchtliche Verschiebungen» bei der Lärmbelastung, Häuser und Strassen müssten verlegt werden, Moorschutz- und Naturgebiete gingen verloren. Cron betonte, die Rolle des Flughafens als interkontinentale Drehscheibe sei auch ohne Parallelpisten nicht in Gefahr, sofern mögliche Optimierungen im Betrieb genutzt würden.
Raymond Cron, Direktor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl), sagte es an der Medienkonferenz in Bern mehrere Male mit Nachdruck: Ein gekröpfter Nordanflug, der nicht auf Satellitennavigation basiert, stelle für die Flugsicherheit einen «deutlichen Rückschritt» dar. Er widerspreche der Luftfahrtpolitik des Bundes, die auf das Prinzip «Safety First» baue. Da zusätzlich auf dem Flughafen Kloten für alle Landungen instrumentengestützte Verfahren in Betrieb sind, lehnt das Bazl das Gesuch zur Einführung des gekröpften Anflugs in der vorliegenden Form ab. Im Vergleich zu einem konventionellen Instrumentenverfahren besteht bei einem solchen Anflug auf den Flughafen ein 1,7 Mal grösseres Absturzrisiko, wie Cron vorrechnete. In dieser Kalkulation nicht enthalten ist der Endanflug, der auf Sicht erfolgt und für den Piloten eine «zusätzliche Arbeitsbelastung» bedeute.
Deutlicher Auftrag an die Regierung
Stellungnahme ZUF (Zürcher Unterland für eine gerechte Fluglärmverteilung) zur Abstimmung vom 25. November 2007
ZUF wertet die Anzahl positiver Stimmen für die Initiative als starkes Signal an die Zürcher Regierung und den Bundesrat, in der weiteren Flughafenplanung markante Akzente gegen ein massloses und unverantwortliches Wachstum des Flugverkehrs zu setzen.
Die jahrelange Opposition gegen eine Verschleuderung der Lebensqualität im Zürcher
Unterland zeigt deutliche Erfolge. Der trotz der irreführenden Kampagne von IG-Nord und Schutzverband hohe Ja-Stimmenanteil gibt uns Recht. Die Unterstützung aus der Basis ist vorhanden. Sie wird sich in den kommenden Jahren, parallel mit der prognostizierten Zunahme der Flugbewegungen
verstärken. Das Signal zeigt auch deutlich, dass eine wachsende Zahl von BürgerInnen sich von den gewählten PolitikerInnen in dieser Frage zuwenig vertreten fühlt.
ZUF
wird die weitere Entwicklung im Zürcher Unterland beobachten. Insbesondere wird ZUF das Verhalten der Behörden im Verteilkampf innerhalb des SIL-Prozesses, sowie bei der Behandlung der anstehenden Behördeninitiativen im Kantonsrat und der Auswirkungen der Annahme des Gegenvorschlags ZFI+ verfolgen.
Durch ihr Vorgehen im Vorfeld der Abstimmung, haben die IG-Nord und der Flughafen-Schutzverband das Resultat massiv beeinflusst. Wir erwarten nun, dass sie die weitere Verantwortung für die Einführung eines bevölkerungsgerechten Schutzes des Zürcher Unterlandes übernehmen. Dies umso mehr, als die Annahme des Gegenvorschlages eine Zunahme des Flugverkehrs in unserer Region befürchten lässt. Der Kampf um die Lebensqualität hat erst begonnen.
ZUF sagt JA zur Flughafeninitiative, NEIN zum Gegenvorschlag (ZFI+), Stichfrage: JA für die Flughafeninitiative.
Warum ZUF den Fluglärm gerecht verteilen will und wieso die Flughafeninitiative so wichtig für das Zürcher Unterland ist, lesen Sie hier:
Aufgeschreckt von der Absicht von Unique, eine Parallelpiste im geschützten Moorgebiet zu bauen und danach den gesamten Flugverkehr (Starts und Landungen) in nördlicher Richtung abzuwickeln, haben sich Bürgerinnen und Bürger im Zürcher Unterland zusammengeschlossen. Sie setzen sich für eine Einschränkung des Fluglärms und anderer Flugemissionen ein und fordern eine faire Verteilung der Fluglärm Belastung.
Facts zur unbequemen Wahrheit finden Sie hier als
pdf-Dokument (448 KB)
Das Zürcher Unterland in Bedrängnis
Der Regierungsrat vom Kanton Zürich ändert die Meinung im SIL-Prozess. Von einem Pistenausbauverbot nimmt er Abstand und bevorzugt nun Pistenverlängerungen im Norden (Piste 14), im Osten (Piste 28) und Westen (Piste10). Damit wird auch das Zürcher Unterland weiter bedroht. ZUF kämpft dagegen an und kritisiert die schwankende Haltung der Regierung.
Am 6. Juli 2007 legte die Regierung des Kantons Zürich den Verantwortlichen des SIL-Prozesses (BAZL) im Koordinationsgepräch 2 in Bundesbern nahe, den bestehenden Status quo des Flugregimes beizubehalten, zusätzlich aber den Bau von Pistenverlängerungen einzuplanen.
Für den Norden hiesse dies massiv mehr Starts, da die meisten Landungen von Osten durchgeführt würden. Der Norden des Flughafens würde dauerbelärmt mit startenden Flugzeugen, die je nach Ziel dann östlich (über Höri, Hochfelden, Hardwald, Spital Bülach, Eglisau) oder westlich (über Höri, Neerach, Stadel) abdrehen müssten.
Dass die Regierung sich heute gegen eine Parallelpiste ausspricht, ist angesichts der Wankelmütigkeit keine Garantie, denn es wird in Zukunft weitere Druckversuche in diese Richtung geben. Auch Schaffhausen zum Beispiel kann sich eine Parallelpiste gut vorstellen... Ebenfalls ist der gekröpfte Nordanflug aus Sicherheitsgründen abzulehnen. Ein manueller Sichtanflug mit grobem Schwenker um den Stadlerberg generiert unendlich mehr Gefahren als ein kontrollierter und gleichmässiger ILS Anflug von Süden.
Der Präsident der Flughafen Zürich AG, Andreas Schmid spricht hingegen vom Schritt in die richtige Richtung. Er drängt auf raschen Pistenausbau, denn er rechnet in 10 Jahren mit dem Erreichen der Kapazitätsgrenze von rund 350000 Bewegungen jährlich. Alle diese Anträge und Aussagen zeigen deutlich, dass generell von einem massiven Zuwachs an Flugbewegungen ausgegangen wird.
Wenn wir Zürcher Unterländer uns noch wehren können, dann ist die nächste Gelegenheit die Abstimmung der Flughafeninitiative im November dieses Jahres. Mit der Annahme fordern wir von Bern, dass sie unsere Region vor der Verslumung durch Lärm und Kerosin schützen.
ZUF unterstützt die Flughafeninitiative und wir fordern Sie auf, dies ebenfalls zu tun, um dem wahnwitzigen Wachstum der nächsten Jahre und Jahrzehnte Einhalt zu gebieten! (siehe auch NEWS)
Nicht nur Fluglärm. Der Flugverkehr ist mitschuldig an der Klima-Erwärmung!
Ein Klimatologe zeigt die Zusammenhänge auf. Informieren Sie sich von kompetenter Stelle.
Mit der Debatte rund um die Erderwärmung ist auch der Flugverkehr in die Kritik geraten. Flugzeuge belasten die Atmosphäre ganz besonders mit dem Treibhausgas Co2 und mit anderen Partikeln - mit gravierenden Folgen für unser Klima. Radio DRS hat in der Sendung "Kontext" vom 13.4.2007 ein Dossier präsentiert, in welchem ein Klimatologe die Zusammenhänge aufzeigt.
Informieren Sie sich hier über die unbequeme Wahrheit.
Es ist also nicht nur der Fluglärm, der uns zu schaffen macht.